Schulabbrecher

Sachsen Anhalt hat eine der höchsten Schulabbrecherquoten im gesamten Bundesgebiet. Nach einer Bertelsmanstudien von 2014 verlassen über 11 Prozent aller Schüler die Schule ohne mindestens einen Hauptschulabschluss zu erreichen.
Da die Wahrscheinlichkeit eine Ausbildung mit einem Hauptschulabschluss zu finden bereits schwierig genug ist, so stellt sich dies ohne Schulabschluss nahezu als Unmöglichkeit dar. Vor allem die handwerklichen Berufe bedürfen aber dringend qualifizierter Nachwuchskräfte. Diese Entwicklung ist für ein immer noch strukturschwaches Land, welches des Weiteren eine schwindende Bevölkerung aufweist, nicht hinnehmbar.
Um die Schulabbruchquote langfristig zu senken setzen wir uns vor allem für eine verstärkte Zusammenarbeit mit den Eltern ab der Kindergartenzeit ein. Wir sind der Auffassung, dass das größte Problem die Vermittlung von Bildungsaspiration darstellt. Das Potenzial ist da, es muss nur aktiviert werden. Für die Vermittlung von Werten wie Fleiß und Ausdauer sind zuvorderst die Eltern gefragt und dies lange bevor ein Kind in die Schule kommt. Hierfür bedarf es der Schulung von Erziehern im Kindergartenbereich um möglicherweise auftretende Probleme frühzeitig zu erkennen. Vermehrter Arbeitsaufwand sollte sich hier auch in einer Höherbewertung des Erzieherberufs ausdrücken, falls notwendig durch Lohnerhöhungen. Lohnstagnation oder -kürzungen grade in diesem sensiblen Bereich der Kinderbetreuung sind zu unterlassen.
Diese Arbeit mit den Eltern ist mit einem Ausbau der frühkindlichen Bildung zu kombinieren. Bei erkennbarem Potenzial sind Wege der Teilhabe zu finden, welche der kindlichen Entwicklung förderlich sind. Dies beinhaltet die Möglichkeit von Gruppenangeboten, in welchen die Kinder miteinander und ihren eigenen Wünschen entsprechen spielend lernen und ihre sozialen und kognitiven Fähigkeiten erweitern können.
Elter die ihre Kinder vor der Schulzeit zu Hause aufzuziehen wünschen können bei entsprechender Einschätzung mit Bildungspaketen und „Bildungshebammen“ in ihrer Arbeit unterstützt werden.
Jede hier genannte bildungspolitische Maßnahme hat sich dabei auf die Vermittlung von Wissen zu beschränken und ist kein Mittel für eine weltanschauliche Instrumentalisierung von Kindern.

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